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Ausbildung im Heer: Bewährtes erhalten – Neues denken

Beim diesjährigen (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr an der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr in Hamburg ist die Digitalisierung der Ausbildung allgegenwärtig. Das Heer präsentiert auf der Fachausstellung seine Neuerungen und stellt diese in einer Postersession altbewährten Ausbildungsmethoden gegenüber.

Ein Flugzeug beladen in der virtuellen Realität.
Ein Flugzeug beladen in der virtuellen Realität. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Am dritten Tag des (Aus)Bildungskongresses sollen insbesondere die Ausbilderinnen und Ausbilder der Bundeswehr angesprochen werden. Das Thema des Kongresses „Im Einsatz für die Gesellschaft – (Aus)Bildung für Einsatzkräfte der Zukunft“ wird an diesem Tag speziell für sie gebündelt.

Auch das Team vom Heer nutzt den Kongress, um sich an die Ausbilder zu wenden. Oberstleutnant Patrick Becker vom Ausbildungskommando des Heeres berichtet: „Wir präsentieren an unserem Stand unsere digitalen Ausbildungsmittel und wollen sie so in der Truppe noch bekannter machen.“

E-Learning für Reservisten

Oberstleutnant Hölzner führt durch das E-Learning-Modul „Taktische Weiterbildung“.
Oberstleutnant Hölzner führt durch das E-Learning-Modul „Taktische Weiterbildung“. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Reservisten des Heeres haben die Möglichkeit, von zu Hause auf ein Lernmanagementsystem zuzugreifen. Hier können sie sich theoretische Grundlagen aneignen, Lernvideos nutzen und Aufgaben bearbeiten. Ausbilder begleiten sie dabei im Chat oder per Videokonferenz. Oberstleutnant Henry Hölzner vom Ausbildungskommando des Heeres erläutert die Vorteile: „Die Reservisten können sich so schon theoretisch auf die Übung vorbereiten und Ausbildungslücken schließen.“ So spart man sich während der Reserveübung in der Einheit die Zeit und die Reservisten können schneller in die Praxis einsteigen.

Augmented Reality und Ausbildertablets

Virtual Reality unterstützt die Ausbildung der Soldaten. Die Praxiserfahrung kann sie jedoch nicht vollständig ersetzen.
Virtual Reality unterstützt die Ausbildung der Soldaten. Die Praxiserfahrung kann sie jedoch nicht vollständig ersetzen. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Das Heer nutzt Virtual und Augmented Reality, um die Ausbildung der Soldaten zu unterstützen. Was heißt das konkret?

Angehende Luftverlademeister sind durch die Virtual-Reality-Brille im Inneren eines Flugzeuges oder eines Hubschraubers und können das Luftfahrzeug beladen, ohne dass dafür ein echtes vor Ort sein muss.

Ein anderes Beispiel sind Gefechtssituationen in der Ausbildung der Offiziere. Sie können über ein Tablet in einer 360-Grad-Umgebung simuliert und nachvollzogen werden.

Die Ausbilder im Heer können über ihre Tablets auch unterwegs theoretische Inhalte zur Unterstützung der praktischen Ausbildung abrufen.
Die Ausbilder im Heer können über ihre Tablets auch unterwegs theoretische Inhalte zur Unterstützung der praktischen Ausbildung abrufen. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbilder des Heeres werden nach und nach mit geländefähigen Tablets ausgestattet, die in die Beintasche der Uniform passen. So können sie vom Übungsplatz oder Schießstand zum Beispiel auf Waffenvorschriften zugreifen und müssen sie nicht mehr in Papierform mitführen.

Postersession verbindet altbewährte und moderne Ausbildung

Die Besucher der Ausstellung tauschten sich über den Stand der Ausbildung aus.
Die Besucher der Ausstellung tauschten sich über den Stand der Ausbildung aus. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

„Ziel unserer Postersession auf dem (Aus)Bildungskongress ist es, Erfahrungen und Ideen auszutauschen“, erklärt Organisator Oberstleutnant Becker. Dazu haben die Ausbildungseinrichtungen des Heeres altbewährte und neue Faktoren der Ausbildung auf Postern gegenübergestellt.

Im Ausbildungszentrum Pioniere hat sich vor allem die praktische und handwerkliche Ausbildung bewährt. Für angehende Bautechniker sei es zum Beispiel wichtig, „den echten Nagel ins echte Holz zu schlagen“, so Oberstleutnant Wolfgang Jakob. Auch in der Ausbildung für die Kampfmittelabwehr müsse live erlebt werden, wie schwer der Schutzanzug ist und letztendlich auch, wie echte Minen entschärft werden.

Moderne Lehrmittel wie Simulatoren und Virtual Reality ergänzen, unterstützen und vereinfachen die Ausbildung.

Neues denken – nicht nur digital!

Das Ausbildungszentrum Technik Landsysteme stellt "Training" und "Coaching" vor.
Das Ausbildungszentrum Technik Landsysteme stellt "Training" und "Coaching" vor. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Doch „Neues denken“ bedeutet nicht nur neue digitale Technik, sondern auch andere Herangehensweisen an die Ausbildung. Neben dem altbewährten „Training“ kommt im Ausbildungszentrum Technik Landsysteme auch das „Coaching“ in der Ausbildung zum Einsatz.

Hauptmann Sascha Bohne erläutert: „Beim konventionellen Training gibt es enge Vorgaben durch den Ausbilder und wenig Handlungsspielraum für den Auszubildenden.“ Es biete sich an, um Handlungssicherheit in gleichbleibenden Prozessen zu erlangen. Als Beispiel nennt er die Bestellung eines Ersatzteils über SAP.

„Beim Coaching erhält der Auszubildende eine Aufgabe und es gibt mehrere Lösungswege, die er eigeninitiativ finden muss“, ergänzt Bohne. Angewendet wird es beim Erlernen des Austausches von Fahrzeugkomponenten.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Postersession. Hier haben sich Generäle mit Stabsfeldwebeln und Instandsetzer mit Hubschrauberpiloten in einer lebhaften Diskussion ausgetauscht. Genau das wollten wir erreichen“, resümiert Veranstalter Becker.


  • Weitere Informationen

    (Aus)Bildungskongress 2019

    (Aus)Bildungskongress 2018

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Stand vom: 09.09.2019 | Autor: 


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