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Mentoring in der Bundeswehr – Starke Frauen zeigen, wie man im Tandem mehr erreicht

Mentoring in der Bundeswehr ist ein Erfolgsmodell, bei dem ältere Führungskräfte jüngere beraten und begleiten. Ende September wurde am Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim das Ende der Pilotphase gefeiert. Unter den Rednerinnen und Rednern waren drei starke Frauen, die allein mit ihrer Lebensgeschichte für das stehen, wofür sie sich heute einsetzen.

Eine Truppenführerin, eine Rennfahrerin und eine Firmengründerin machen Mut, aktiv und engagiert den eigenen Weg zu finden. Damit stehen sie sinnbildlich für die Idee des Mentoring in der Bundeswehr: Zielen und Idealen folgen, im Team erfolgreich sein und die eigene Persönlichkeit entwickeln.

Rennfahrerin Ellen Lohr: Im Motorsport hat sie Karriere gemacht, heute macht sie anderen Mut, den eigenen Weg im Leben zu finden
Rennfahrerin Ellen Lohr: Im Motorsport hat sie Karriere gemacht, heute macht sie anderen Mut, den eigenen Weg im Leben zu finden (Quelle: privat/Tom Rengelshausen)Größere Abbildung anzeigen

Die Truppenführerin

Schon der Lebenslauf von Professor Dr. Daniela Klix spricht für sich. Als eine der ersten weiblichen Truppenoffiziere hat sie die Bundeswehr von der Pike auf kennengelernt, Truppen im Gefecht geführt und anschließend in der Wissenschaft Karriere gemacht.

Daniela Klix hat als eine der ersten Frauen in der Bundeswehr Karriere in einer Kampftruppe gemacht und im Gefecht geführt
Daniela Klix hat als eine der ersten Frauen in der Bundeswehr Karriere in einer Kampftruppe gemacht und im Gefecht geführt (Quelle: privat/Daniela Klix)Größere Abbildung anzeigen

Die Professorin referiert über „Gesundes Führen“ – und findet unter den Gästen schon bald einen alten Bekannten wieder: Generalmajor Reinhardt Zudrop, heute Kommandeur des Zentrums Innere Führung, kennt sie noch aus dem Einsatz. Zudrop war ihr Kommandeur als sie in Kunduz Zugführerin eines Panzergrenadierzugs der schnellen Eingreiftruppe war.

Kein Mentoring-Tandem, aber gemeinsame Erinnerungen an den Einsatz in Afghanistan: Oberstleutnant d. R. Daniela Klix und ihr ehemaliger Kommandeur, Generalmajor Reinhardt Zudrop.
Kein Mentoring-Tandem, aber gemeinsame Erinnerungen an den Einsatz in Afghanistan: Oberstleutnant d. R. Daniela Klix und ihr ehemaliger Kommandeur, Generalmajor Reinhardt Zudrop. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Den zukünftigen und erfahrenen Führungskräften zeigt sie eine neue Perspektive auf das Gesundheitsmanagement: Die „Salutogenese“, die Lehre von der Gesunderhaltung, nimmt die stärkenden und leistungsfördernden Faktoren in den Blick, will stark machen für ein gesundes Arbeitsleben.

Die Bundeswehr biete viele Möglichkeiten, „gut und gesund zu führen“, aber es gelte, dieses Angebot auch im Dienstalltag stärker zu fördern: Vorgesetzte sollten mit gutem Beispiel vorangehen und der Dienstsport „nicht das Erste sein, was bei hohem Arbeitsaufkommen gestrichen wird.“

Die Rennfahrerin

Klix ist nicht die einzige Dozentin, die sich ihren Platz in einer einstigen Männerdomäne erkämpft hat: Rennfahrerin Ellen Lohr hat sich im Rennsport durchgesetzt, als das für Frauen noch alles andere als üblich war.

Bei der Ralley Paris Dakar ist die Krise der Normalzustand, jeder Tag bringt neue Herausforderungen und erfolgreich ist man nur als Team.
Bei der Ralley Paris Dakar ist die Krise der Normalzustand, jeder Tag bringt neue Herausforderungen und erfolgreich ist man nur als Team. (Quelle: Kwikpower/Mercedes Benz)Größere Abbildung anzeigen

Heute ist die erste weibliche Siegerin eines Rennens der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft eine Motorsport-Legende und berichtet von der Rallye Dakar. Rennsport erfordert Perfektion und Effizienz unter extremem Zeitdruck und härtesten Bedingungen. Ein gutes Team entscheidet über Erfolg und Misserfolg.

Im Cockpit ihres Rallyewagens sitzt sie nicht allein, wird von einer Beifahrerin geleitet und geführt. Sie sind ein Tandem, dass sich voll aufeinander verlassen muss. Ihre Botschaft: „Man muss die eigenen Stärken erkennen.“

Entscheidend sei, die eigene Rolle im Leben zu finden und Herausforderungen „mit offenem Visier“ zu begegnen. Dazu müsse man den eigenen Fähigkeiten und dem Team vertrauen. Mentoring sei mittlerweile auch im Motorsport ein erprobtes Mittel, um dieses Vertrauen zu entwickeln.

Als Gründerin ist Melanie Schütze eine echte Rarität. Mit ihrem Frauennetzwerk will sie das ändern und Frauen ermutigen, ihre Chancen zu nutzen.
Als Gründerin ist Melanie Schütze eine echte Rarität. Mit ihrem Frauennetzwerk will sie das ändern und Frauen ermutigen, ihre Chancen zu nutzen. (Quelle: privat/Melanie Schütze)Größere Abbildung anzeigen

Die Firmengründerin

Ein Team führen und sich ein Netzwerk schaffen, um erfolgreich zu sein. Melanie Schütze weiß, wie schwer es sein kann, sich als Unternehmerin zu etablieren: Als Gründerin sei sie in Deutschland eine „echte Rarität“, nur vier Prozent der Unternehmen werden von rein weiblichen Teams gegründet, weitere zehn Prozent von gemischten, beim großen Rest sind Männer unter sich.

Ihr Frauennetzwerk soll helfen, „Vertrauen auf- und Hemmungen abzubauen“. Es gelte, die Sichtbarkeit von Frauen in der Wirtschaft zu stärken. Dabei geht es ihr nicht um Gleichheit, sondern um Chancengerechtigkeit. Frauen sollen sich selbstbewusst und gemeinsam für ihre Ziele einsetzen, Emanzipation und Teilhabe „in die eigenen Hände nehmen.“

Den eigenen Weg im Leben finden

Ein Ziel, das auch das Mentoring in der Bundeswehr verfolgt und das sich in der Lebensleistung der starken Frauen widerspiegelt, die ihre Erfahrungen mit den Mentorinnen und Mentoren und ihren Mentees teilen. Mit ihrem Beispiel machen sie jungen Menschen Mut, als starke Persönlichkeiten ihren eigenen Weg im Leben zu finden.


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Stand vom: 02.10.2019 | Autor: 


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