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Interaktiver Unterricht ist am Bundessprachenamt Wirklichkeit

Begeisterung, die ansteckt. Mit den Tablets wird eine neue Art von Unterricht möglich
Begeisterung, die ansteckt. Mit den Tablets wird eine neue Art von Unterricht möglich (Quelle: BSprA/Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

„Die Tablets bieten uns großartige Chancen für die Zusammenarbeit in und außerhalb des Klassenraums!“ Rachael Pickles ist von ihrer Arbeit nicht nur überzeugt, sondern auch begeistert. Die Sprachlehrerin mit australischen Wurzeln leitet ein kleines Projektteam im Referat S 2 des Bundessprachenamtes, in dem an der digitalen Zukunft der Sprachausbildung gearbeitet wird. Hier, in der Abteilung Sprachausbildung, wird unter anderem Übungsmaterial für den Sprachunterricht erstellt.

Das meiste davon ist auch digital in einer cloudbasierten Lernplattform verfügbar und mit CUSA (für Computerunterstützte Sprachausbildung) setzt man auch im Unterricht schon lange auf moderne Verfahren. Aber die Tablets mit Touchpad, Kamera und Eingabestift sind noch einmal etwas Neues und verändern die Art, wie Sprachen gelehrt und gelernt werden.

Übungsmaterial für den Sprachunterricht: Schon lange auch digital verfügbar, aber mit den Tablets geht man noch einen Schritt weiter
Übungsmaterial für den Sprachunterricht: Schon lange auch digital verfügbar, aber mit den Tablets geht man noch einen Schritt weiter (Quelle: PIZ Personal/Stephan Ink)Größere Abbildung anzeigen

Unterricht wird attraktiver

„Wir können mit den Tablets unseren Unterricht ganz neu gestalten, ihn lebendiger und attraktiver machen“, erklärt Alexandre Mendes, der erst vor einigen Wochen zum Team gestoßen ist. Erfahrungen hat er aber reichlich, seit mehr als zwei Jahren nutzt der gebürtige Brasilianer die Tablets intensiv in seinem Portugiesisch-Unterricht. „Mit den Tablets habe ich eine `All-in-One-Lösung´“, freut sich Mendes. Alle Unterrichts- und Lernmaterialen seien digital verfügbar.

Freut sich über „All-in-One“-Lösung: Alexandre Mendes nutzt die Tablets seit über zwei Jahren im Portugiesisch-Unterricht
Freut sich über „All-in-One“-Lösung: Alexandre Mendes nutzt die Tablets seit über zwei Jahren im Portugiesisch-Unterricht (Quelle: BSprA /Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

Aber die Geräte bieten noch deutlich mehr. In der Sprachausbildung haben sie das Potenzial für ganz neue Formen des Unterrichts. Alle Tablets können auf eine Cloud im Internet zugreifen und mit einem Beamer verbunden werden. Arbeitsergebnisse und Gruppenarbeiten können jetzt digital präsentiert und gemeinsam bearbeitet werden. Im Internet werden realitätsnahe und praxisorientierte Aufgaben gelöst, etwa wenn ein Hotel gebucht wird oder Wegbeschreibungen in der Fremdsprache gefordert sind.

Unterricht wird interaktiv: Aufgaben werden digital präsentiert und gemeinsam bearbeitet
Unterricht wird interaktiv: Aufgaben werden digital präsentiert und gemeinsam bearbeitet (Quelle: BSprA/Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

Ideales Mittel für praxisnahe Ausbildung
 

Schließlich sind die Bundeswehrangehörigen, die hier eine Fremdsprachenausbildung erhalten, mit einem klaren Auftrag am Bundessprachenamt: Fremde Sprachen erlernen, um ihre militärischen Aufgaben erfüllen zu können. Die reichen von der Vorbereitung auf Auslandseinsätze bis zum Dienst als Militärattaché.

Im Vordergrund stehen Handlungssicherheit und Kompetenzorientierung, das Tablet ist dafür ein ideales Werkzeug. Die Nutzenden können damit beim Sprachenlernen eigene Schwerpunkte setzen. Wer hier eine Ausbildung absolviere, habe meist schon eine genaue Vorstellung davon, was auf dem zukünftigen Dienstposten benötigt werde, so Pickles. „Mit dem Tablet haben sie die Möglichkeit, gezielt in diesen Bereichen zu arbeiten.“

Unterricht als Miteinander: Rachael Pickles will die Nutzenden animieren, sich Wissen selbst anzueignen
Unterricht als Miteinander: Rachael Pickles will die Nutzenden animieren, sich Wissen selbst anzueignen (Quelle: BSprA/Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

Sprachenlernen zum Mitmachen

Diese Art des Unterrichts verändert so auch das Rollenverhältnis im Klassenzimmer. „Es ist jetzt noch stärker ein Miteinander“, berichtet Pickles. Anstatt die Schülerinnen und Schüler anzuleiten, würden sie jetzt dabei unterstützt, sich selbst Wissen anzueignen. Diese Veränderung sähen die Lehrerinnen und Lehrer aber positiv, im Sprachunterricht gehe es ohnehin eher darum, andere zum Sprechen zu bringen, als selbst viel zu sprechen.

Trotz Laptop und interaktivem Unterricht: Ums Vokabeln lernen kommen die Sprachschüler auch in Zukunft nicht herum
Trotz Laptop und interaktivem Unterricht: Ums Vokabeln lernen kommen die Sprachschüler auch in Zukunft nicht herum (Quelle: PIZ Personal/Stephan Ink)Größere Abbildung anzeigen

Die Anwendungsmöglichkeiten sind natürlich auch abhängig von der jeweiligen Sprachkompetenz, die Lehrenden wählen passende Lernangebote für jede Erfahrungsstufe. Wer noch ganz am Anfang steht, kommt auch mit den Tablets nicht ums Vokabellernen herum, aber auch hier biete der interaktive Unterricht interessante Möglichkeiten, berichtet Mendes: „Man kann beispielsweise Lernspiele bereitstellen oder sich in Chats einfache Nachrichten schicken.“

Unterricht wird digital: Fremdsprachenassistentin Kathrin Robertz präsentiert die neuen Möglichkeiten in einer Weiterbildung
Unterricht wird digital: Fremdsprachenassistentin Kathrin Robertz präsentiert die neuen Möglichkeiten in einer Weiterbildung (Quelle: BSprA/Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

Hohe Akzeptanz durch Erfahrungsaustausch

Input und neue Ideen kommen auch von den Schülern. Mendes erzählt von einem technikbegeisterten Schüler in einer seiner ersten Klassen: „Er war von unserem Projekt so begeistert, dass er zu einem echten Experten wurde und uns viele gute Anregungen gegeben hat. Wir haben viel von ihm gelernt.“

Für den hohen Zuspruch sorgen auch ein reger Erfahrungsaustausch und Einweisungen für die Lehrenden. In regelmäßigen Informationsrunden tauschen sie Erfahrungen aus und geben sich gegenseitig Tipps für den Unterricht mit den Tablets. Anfangs gab es beispielsweise die Sorge, dass die Technik nicht immer zuverlässig funktionieren könnte.

Helfende Hände für reibungslose Nutzung: Auch für den User-Support sorgen Jagielski (links) und Montani (rechts) gemeinsam mit dem ganzen Team
Helfende Hände für reibungslose Nutzung: Auch für den User-Support sorgen Jagielski (links) und Montani (rechts) gemeinsam mit dem ganzen Team (Quelle: BSprA/Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

Die digitalen Helfer können Wörter- und Lehrbücher, Schreibhefte und Tafelbilder nur so lange ersetzen, wie WLAN und Software zuverlässig mitspielen.

Die Zukunft wird greifbar – und begeistert alle

Pickles ist es deshalb wichtig, dass das Team jederzeit für die Lehrenden erreichbar ist und technischer Support immer bereitsteht. Schließlich ist jedes System nur so gut wie die helfenden Hände, die dafür sorgen, dass die Technik reibungslos funktioniert. Miguel Montani und Detlev Jagielski sind auch für die Bereinigung der Datenträger zuständig, wenn diese nicht mehr von den Schülern verwendet werden.

Mit den Tablets wird die digitale Zukunft der Sprachausbildung – im wahrsten Sinne des Wortes – greifbar
Mit den Tablets wird die digitale Zukunft der Sprachausbildung – im wahrsten Sinne des Wortes – greifbar (Quelle: BSprA /Simon Ruhnke)Größere Abbildung anzeigen

Technische Zuverlässigkeit und Datenschutz sind wichtig, um neben der Begeisterung auch das Vertrauen in die neue Technik zu erhalten. Dafür arbeiten sie eng mit der IT-Abteilung zusammen und unterstützen die Nutzenden als erster User-Support. „Das Feedback ist großartig. Man spürt die Freude der Schüler und das überträgt sich auch auf die eigene Arbeit“, berichtet Montani.

Eine Begeisterung, die man auch selbst spüren kann, wenn die digitale Zukunft – hier in Form eines Tablets – greifbar wird.


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Stand vom: 26.06.2019 | Autor: 


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