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Mensch und Maschine: Zukunft für die Arbeit und Ausbildung?

Schon seit längerer Zeit werden Menschen in der Produktion teilweise von Maschinen ersetzt. Durch die Künstliche Intelligenz (KI) werden bereits heutzutage selbständig Entscheidungen getroffen. Ist dies aber auch ethisch in den Streitkräften vertretbar? Sollten im Gefecht die Entscheidungen durch Maschinen getroffen werden? Unter der Moderation von Generalmajor a.D. Georg Nachtsheim entwickelte sich auf dem (Aus)Bildungskongress eine kurzweilige Diskussion mit zahlreichen Zuhörern.

Wie wird Führung und Ausbildung der Zukunft aussehen? Virtual und Augmented Reality bieten viele Möglichkeiten. Dabei müssen jedoch Rahmenbedingungen festgelegt werden
Wie wird Führung und Ausbildung der Zukunft aussehen? Virtual und Augmented Reality bieten viele Möglichkeiten. Dabei müssen jedoch Rahmenbedingungen festgelegt werden (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

„Wer sagt: Jetzt haben wir Digitalisierung, der hat seit den 70-er Jahren etwas verpasst.“ Diesem Statement von Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe und Digitalisierungsbeauftragter, stimmten alle Experten zu. „Damit gehen wir seit Langem um“, so Generalleutnant Dr. Rieks weiter. Die Digitalisierung sei daher ein fortlaufender Prozess, der sich über die Zeit entwickelt – mal schneller, mal langsamer.

Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks denkt, dass Digitalisierung kein Phänomen der Gegenwart ist, sondern sich über lange Zeit entwickelt.
Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks denkt, dass Digitalisierung kein Phänomen der Gegenwart ist, sondern sich über lange Zeit entwickelt. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Investition in Ausbildung und Individualisierung

„Die Konkurrenz schläft nicht“, so Professorin Dr. Nicole Mayer-Ahuja. Generalleutnant Dr. Rieks sprach des Weiteren zunächst notwendige Investitionsmaßnahmen für die Ausbildung in der Bundeswehr an: „Eine Anfangsinvestition zahlt sich bei der Ausbildung zum Schluss aus!“ Für Professor Dr. Jens Wulfsberg stellt sich in Bezug auf Ausbildung jedoch die Frage: „Wie schaffen wir es, Ausbildungsinhalte zu individualisieren, angelehnt an die Heterogenität der Eingangsvoraussetzungen der Leute, die hier reinkommen?“

Fünf Experten, ein Thema. V.l.n.r.: Generalleutnant Dr. Rieks, Prof. Dr. Mantwill, Prof. Dr. Wulfsberg, Prof.´in Dr. Mayer-Ahuja und Moderator Generalmajor a.D. Nachtsheim.
Fünf Experten, ein Thema. V.l.n.r.: Generalleutnant Dr. Rieks, Prof. Dr. Mantwill, Prof. Dr. Wulfsberg, Prof.´in Dr. Mayer-Ahuja und Moderator Generalmajor a.D. Nachtsheim. (Quelle: PIZ Personal/Darius Retzlaff)Größere Abbildung anzeigen

Die Einstellung zu Maschinen muss sich ändern

„Roboter können den Menschen ersetzen. Warum gibt es nicht nur noch Roboter?“ Mit dieser Frage startete Prof. Dr. Frank Mantwill von der Helmut-Schmidt-Universität seine Ausführung zum Thema. Doch was einer Maschine bislang noch fehle, sei die Sensorik eines Menschen; etwas zu fühlen, zu erkennen, um was es sich handelt, und daraus Entscheidungskonsequenzen zu ziehen. Dabei sollte sich laut Mantwill auch die Einstellung zu Maschinen ändern: „Beim Japaner wird ein Plastikband um Maschinen gespannt. Da heißt es: Du als Mensch bist der Überlegene, Du musst denken und aufpassen, dass die Maschine Dir nichts tut!“ Zudem wird aktuell diskutiert, so Prof. Wulfsberg, ob Ingenieure, die lernende und zunehmend autonome Maschinen entwickeln, einen Eid – vergleichbar mit dem Hippokratischen Eid der Ärzte – ablegen sollten. Der Mensch müsse in jeder Situation darüber bestimmen können, was ein autonomes System macht.

Viel Gesprächsstoff

90 Minuten waren für die Diskussion geplant, 110 Minuten wurden es am Ende. Anschließend zu den Beiträgen der Fachleute stellte das interessierte Publikum Fragen zum Thema. Dass viele Gedanken nur angeschnitten und Fragen der Zuhörenden kurz beantwortet wurden, zeigt, wie viele Details im Bezug auf die Kooperation Mensch-Maschine noch nicht geklärt sind. Die spannende Diskussion hätte man ohne Weiteres den ganzen Tag führen können!


  • Weitere Informationen

    (Aus)Bildungskongress 2019

    (Aus)Bildungskongress 2018

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Stand vom: 05.09.2019 | Autor: 


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