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Mit Bildung in der digitalen Welt bestehen

Christoph Reifferscheid, der Präsident des Bildungszentrums der Bundeswehr, auf dem (Aus)Bildungskongress in Hamburg.
Christoph Reifferscheid, der Präsident des Bildungszentrums der Bundeswehr, auf dem (Aus)Bildungskongress in Hamburg. (Quelle: BiZBw)Größere Abbildung anzeigen

Auch die Bundeswehr muss sich den neuen Herausforderungen durch eine sich ständig weiterentwickelnde künstliche Intelligenz stellen. Lebensbegleitendes Lernen sei dazu der Schlüssel, betonte der Präsident des Bildungszentrums der Bundeswehr, Christoph Reifferscheid. Auf dem (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr in Hamburg mahnte er: „Künstliche Intelligenz muss vom Menschen her gedacht werden.“ Die letzte Entscheidung müsse immer der Mensch treffen.

Künstliche Intelligenz verlangt humanistische Bildung. Diese Kernforderung stellte der Präsident des Bildungszentrums der Bundeswehr (BiZBw), Christoph Reifferscheid, in seinem vielbeachteten Vortrag beim (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr in Hamburg auf. Der Mensch besitze Eigenschaften, die künstliche Intelligenz nur schwer ersetzen oder gar optimieren könne: seine Wissbegierde, seinen Mut zur Innovation und seine Neugier.

Schulbildung der Soldaten verbessern

„So wie wir in der Vergangenheit gelernt haben, mit neuen Technologien verantwortungsvoll umzugehen, müssen wir jeden Tag dazulernen, verantwortungsvoll mit künstlicher Intelligenz umzugehen“, sagte der Präsident. „Lebensbegleitendes Lernen ist keine neue Ausbildungskultur, sondern eine wichtige Erkenntnis.“ Reifferscheid regte das Nachdenken darüber an, ob es nicht an der Zeit sei, „die schulische Bildung mit der mittleren Reife, der Fachschulreife oder Fachhochschulreife oder sogar die allgemeine Hochschulreife generell in die Laufbahn der Feldwebel bzw. der Unteroffiziere zu integrieren – „ähnlich wie der Hochschulabschluss zur Ausbildung der Offiziere gehört“.

Angst vor sozialem Rückschritt

Zu Beginn seiner Keynote hatte Christoph Reifferscheid den Berliner Aphoristiker Professor Michael Jung zitiert: „Viele Utopien bringen uns technisch voran und werfen uns menschlich zurück.“ Damit beschrieb der Präsident das unterschwellige Gefühl der Bedrohung, wonach technischer Fortschritt zugleich einen sozialen Rückschritt bedeute. Veränderungen habe es zwar schon immer gegeben. „Aber durch die Digitalisierung kommen diese sprunghaften Innovationen viel öfter vor, denn sie fußen auf einer virtuellen Welt, die schnell und für viele Beteiligte unsichtbar ist.“ Spätestens seit „Deep Blue“ 1996 als erster Computer fähig gewesen sei, den Weltmeister Garri Kasparow in der ersten Wettkampfpartie zu besiegen, sei klar geworden: „Künstliche Intelligenz kann es mit dem menschlichen Gehirn aufnehmen.“

Lebenslanges Lernen als „Königsdisziplin“

Dabei bewege sich die künstliche Intelligenz zurzeit noch immer in einer Anfangsphase, auch wenn schon jetzt Menschen und Maschinen miteinander agierten. Bildung sei wichtiger denn je, um in diesem rasanten digitalen Wandel bestehen zu können. „Die Menschen müssen befähigt werden, auch unter Bedingungen weitgehend digitalisierter Abläufe arbeiten zu können, diese Abläufe mitzugestalten und sie am Laufen zu halten.“ Entscheidend sei, dass jeder Einzelne fit gemacht werde für die neue digitale Welt. Christoph Reifferscheid: „Lebenslanges Lernen wird zur ,Königsdisziplin‘. Und wir benötigen in der Bundeswehr eine Weiterbildungskultur, die Lust darauf macht, ein Leben lang zu lernen.“


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    (Aus)Bildungskongress 2018

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Stand vom: 07.09.18 | Autor: 


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