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Arbeitsgerät: Satellitenschüssel. Ein IT-Feldwebel stellt sich vor.

Der Führungsunterstützer, Hauptfeldwebel Christian Brüll, in seiner Kaserne

Der Führungsunterstützer, Hauptfeldwebel Christian Brüll, in seiner Kaserne (Quelle Christoph Paul/PIZ Personal)Größere Abbildung anzeigen

Gerolstein, 09.03.2016.
Die Eifel zeigt sich von ihrer schönsten spätwinterlichen Seite, als ich mich der Eifelkaserne „auf windiger Höhe“ oberhalb von Gerolstein nähere. Hier bin ich mit einem IT-Feldwebel zum Interview verabredet, der mir seine Aufgaben, Erfahrungen und Ausbildung erläutert. Bereits am Haupttor der Kaserne erkenne ich die riesigen Satellitenschüsseln der Bodenstation, die mir einen Vorgeschmack auf die nächsten Stunden geben.

Vorbei an einer großen Satellitenschüssel, die den Eingangsbereich der 5. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 281 ziert, treffe ich Hauptfeldwebel Christian Brüll in seinem geräumigen Büro. Der 30-Jährige Familienvater ist seit 2008 bei der Bundeswehr und wohnt in Bad Salzuflen.

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Vielseitige Aufgaben

Hauptfeldwebel Brüll mit IT-typischem Gerät: das mobile Funksystem TETRAPOL funkt digital und ist abhörsicher

Hauptfeldwebel Brüll mit IT-typischem Gerät: das mobile Funksystem TETRAPOL funkt digital und ist abhörsicher (Quelle: Christoph Paul/PIZ Personal)Größere Abbildung anzeigen

Doch was gehört eigentlich zu den Aufgaben eines IT-Feldwebels? „Viele Leute meinen, wir IT’ler verstecken uns rund um die Uhr hinter unserem Computer“, meint der Hauptfeldwebel lachend. Er betont ausdrücklich, dass „das jedoch bei weitem nicht zutrifft, denn unsere Aufgaben sind weitaus vielseitiger. Ich bin eigentlich Truppführer für SATCOM Einkanal und auch für das RBM (Receive Broadcast Management) ausgebildet. Bei letzterem System unterstütze ich momentan ebenfalls.“ SATCOM steht hierbei für Satellitenkommunikation. Außerdem ist er zur Zeit stellvertretender Zugführer und damit für 33 Soldatinnen und Soldaten verantwortlich. „Das heißt, ich bin für den Aufbau und Betrieb der Satellitenanlagen sowie für deren Bedienung verantwortlich.“ Hinzu komme die Personalverantwortung und zu einem Großteil des Tagesgeschäftes auch das Einrichten von Netzwerken. „Das beinhaltet natürlich auch, dass Computer bewegt, Kabel verlegt und Benutzerrechte vergeben werden müssen“, erläutert Christian Brüll.

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So funktioniert das System SATCOM RBM

Die RBM-Satellitenantenne wiegt inklusive Zubehör rund 250 Kilogramm.

Die RBM-Satellitenantenne wiegt inklusive Zubehör rund 250 Kilogramm. (Quelle: Christoph Paul/PIZ Personal)Größere Abbildung anzeigen

Das klingt zunächst alles etwas kompliziert. Der Fachmann erklärt es mir jedoch sehr anschaulich am Beispiel des RBM und ich merke, dass er vollkommen in seinem Element ist: „Satellitenkommunikation mit der RBM-Satellitenantenne ist die Übertragung und der Empfang von allem, was ein Computer im Internet auch kann. Das beinhaltet beispielsweise die Übertragung von größeren Datenmengen, Voice over IP, Videokonferenzen aber auch persönliche Daten für unser datenbankbasiertes Personalmanagement (SASPF) und E-Mails."

Die Signale werden dazu von der Sendestation über zivil angemietete Satelliten an den Empfänger übermittelt.

Das alles werde im Schwerpunkt genutzt, um zum Beispiel die Einheiten im Auslandseinsatz mit den notwendigen Informationen zu versorgen und deren Kommunikation sicherzustellen, beispielweise für die täglichen Briefings oder Videokonferenzen.

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Vom Elektroniker für Betriebstechnik zum IT-Feldwebel

Ein Richtfunktrupp mit eingefahrener Antenne. Es wird genutzt, um Lager in einer geringen Entfernung zum Hauptlager anzubinden.

Ein Richtfunktrupp mit eingefahrener Antenne. Es wird genutzt, um Lager in einer geringen Entfernung zum Hauptlager anzubinden. (Quelle: Christoph Paul/PIZ Personal)Größere Abbildung anzeigen

Interessant ist auch, wie Hauptfeldwebel Brüll zur Bundeswehr gekommen ist. Nach seiner Lehre zum Elektroniker für Betriebstechnik hatte Brüll Schwierigkeiten, als Geselle eine Anstellung zu finden. Schuld daran war die schlechte Arbeitsmarktsituation in seiner Heimat. „Da es damals noch die Wehrpflicht gab, hätte ich sowieso zur Bundeswehr gehen müssen. Also habe ich mich über das Karrierecenter der Bundeswehr in Düsseldorf über meine Möglichkeiten beraten lassen. Der Vorschlag, eine Laufbahn als IT-Feldwebel einzuschlagen, traf genau meine Interessen und klang sehr attraktiv. Daraufhin habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und mich direkt als Zeitsoldat für 12 Jahre verpflichtet.“ Das war offensichtlich eine richtige Entscheidung für ihn, denn 2015 wurde der Hauptfeldwebel sogar Berufssoldat.

Nachdem Brüll eingestellt wurde, beinhaltete sein weiterer Weg in der Truppe militärische Ausbildungen und zusätzliche fachspezifische Lehrgänge. Mittlerweile hat Christian Brüll, aufbauend auf seiner vorhandenen Qualifikation und Berufserfahrung, die Ausbildung zum geprüften IT-Entwickler abgeschlossen. Das englische Synonym heißt „Certified IT Systems Manager“ und ist ein öffentlich-rechtlich anerkannter Abschluss auf Meisterebene. Und was macht man damit konkret? Wie aus der Pistole geschossen antwortet der Meister: „In diesem Job plant und steuert man IT-Entwicklungsprojekte, führt Mitarbeiter und entwickelt marktgerechte IT-Lösungen“. Und diese Ausbildung steht auch Zeitsoldaten offen!

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Hochwertige Ausbildung und hoher Bedarf

Ein Soldat des Führungsunterstützungsbataillons bei der Arbeit im Tetrapol Trupp. Die Fahrzeugkabine dient der Administration des Systems.

Ein Soldat des Führungsunterstützungsbataillons bei der Arbeit im Tetrapol Trupp. Die Fahrzeugkabine dient der Administration des Systems. (Quelle: Christoph Paul/PIZ Personal)Größere Abbildung anzeigen

„Die Ausbildung über die Bundeswehr ist auf einem hohen Niveau. In der insgesamt dreizehnmonatigen Meisterschule findet auch ein sechsmonatiges Praktikum bei einem zivilen Unternehmen statt.“ Damit sei man richtig nah an der Wirtschaft, unterstreicht der Hauptfeldwebel mit Blick auf zivile Stellenangebote. „Die Ausbildung in Hannover war auf jeden Fall eine tolle Zeit“, erinnert sich Brüll. „Ich kann meinen Job ausdrücklich jedem empfehlen, der Spaß im Umgang mit Technik hat, gerne im Team arbeitet und auch bereit ist, mal etwas schwerere Geräte zu tragen.“ Die Chancen, diesen Job bei der Bundeswehr auch zu bekommen, stehen jedenfalls ausgesprochen gut. Denn wie Hauptfeldwebel Brüll mir sagt, fehle es derzeit in vielen Einheiten an qualifiziertem Nachwuchspersonal.

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Besuch auf der CeBit

Die Bodenstation bei Gerolstein ist Teil des satellitengestützten Kommunikationssystems der Bundeswehr (SATCOMBw). Es ermöglicht weltweit abhörsichere Telefongespräche, Videokonferenzen und Internetzugänge.

Die Bodenstation bei Gerolstein ist Teil des satellitengestützten Kommunikationssystem s der Bundeswehr (SATCOMBw). Es ermöglicht weltweit abhörsichere Telefongespräche, Videokonfe … (Quelle: Christoph Paul/PIZ Personal)Größere Abbildung anzeigen

Wenn Sie sich näher über den Beruf des IT-Feldwebels und die komplexe Technik informieren möchten, dann besuchen Sie doch Hauptfeldwebel Christian Brüll und seine Kameradinnen und Kameraden zwischen dem 14. und 18. März am Messestand der Bundeswehr auf der CeBIT in Hannover. „Ich freue mich schon darauf, den Besuchern meinen Job näher zu bringen und unsere technischen Geräte zu erklären“, blickt Hauptfeldwebel Brüll voraus, bevor ich mich wieder verabschiede und die Eifelkaserne Richtung Tal verlasse.

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Stand vom: 14.03.16 | Autor: 


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