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Tausche Flecktarn gegen Polizeiuniform!

Seit September vergangenen Jahres machen Polizei und Bundeswehr gemeinsame Sache in Brandenburg. Die Idee, ausscheidenden Feldjägern den Wechsel in den Polizeidienst zu vereinfachen, wurde bereits 2009 geboren. In einer Zeit zunehmender Kriminalität, profitiert nicht nur die Polizei von der Kooperation. Oberfeldwebel Paul Rainer Heise ergreift seine Chance und tauscht in Sachen Uniform grün gegen blau.

Oberfeldwebel Paul Rainer Heise verlässt die Feldjäger, um die Polizei zu verstärken

Oberfeldwebel Paul Rainer Heise verlässt die Feldjäger, um die Polizei zu verstärken (Quelle: KarrC Bw Hannover/Nicole Schultz)Größere Abbildung anzeigen

Die ersten 25 Feldjäger der Bundeswehr befinden sich seit September 2015 in der 18-monatigen Ausbildung zum Polizeibeamten. Brandenburg ist bisher das einzige Bundesland, das diesen Werdegang um ein Jahr verkürzt anbietet. Andere Länder und auch die Bundespolizei interessieren sich ebenfalls für diesen Weg der Nachwuchsgewinnung. Voraussetzungen dafür sind eine abgeschlossene Ausbildung zum Feldjägerfeldwebel, neun Jahre Dienst in der Bundeswehr und körperliche Fitness.

Der 30-jährige Heise erfuhr vom Berufsförderungsdienst und von Kameraden, dass die Polizei Nachwuchs sucht. Seine Dienstzeit als Feldjäger endet am 31. März 2017. Der Berufsförderungsdienst stellt ihn zum 1. April 2016 für die Ausbildung zum Polizisten frei.

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Soldat durch und durch

Der Noch-Feldjäger lebt bei Augustdorf mit seiner Frau und dem einjährigen Sohn. Im Mai verlässt er die 5. Kompanie des Feldjägerregiments 2 in Augustdorf und zieht mit seiner Familie nach Brandenburg. Nach elf Jahren Bundeswehr mischt sich ein wenig Wehmut in die Vorfreude. „Ich hab so tolle Kameraden kennengelernt, die ich jetzt im Stich lassen muss. Die werde ich schon ein bisschen vermissen“, sagt er. Auf die Frage, was ihm am besten an der Zeit bei der Bundeswehr gefallen habe, muss Heise nicht lange überlegen. „Die Einsätze haben mir gut gefallen. Deshalb bin ich Soldat geworden, um etwas zu bewirken. Außerdem gefällt mir die Vielfalt. Als Feldjäger weiß man morgens nicht, was der Tag bringt, und ich lasse mich gern überraschen. Bei der Polizei wird das bestimmt ähnlich sein“, sagt Heise stolz.

Feldjäger Heise kontrolliert ein dienstliches Fahrzeug

Feldjäger Heise kontrolliert ein dienstliches Fahrzeug (Quelle: KarrC Bw Hannover/Nicole Schultz)Größere Abbildung anzeigen

Die Aufgaben der Feldjäger sind breit gefächert. Sie reichen von Verkehrskontrollen, über Marschbegleitungen bis hin zur Aufnahme von Unfällen. „Allerdings haben Feldjäger im Inland weniger Befugnisse als Polizisten. Sie sind die Polizei für die Kameradinnen und Kameraden in der Bundeswehr, aber nicht für Zivilpersonen. Das ist im Einsatz anders.“ Heise erwarten nun sechs Monate Theorieunterricht an der Fachhochschule der Polizei. Darauf folgen zwölf weitere Monate praktische Trainings.

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Polizei wirbt mit attraktiven Perspektiven

„Sowohl bei der Ausbildung als auch bei den Aufgaben von Feldjägern gibt es Parallelen zur Polizei. Innerhalb der Bundeswehr sind Feldjäger für Sicherheits- und Ordnungsaufgaben und für strafprozessuale Maßnahmen zuständig. Zudem gibt es auch direkte Arbeitskontakte mit den örtlichen Polizeidienststellen. Von diesen Vorkenntnissen profitiert die Polizei“, so Rudi Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam.

Büro im Fahrzeug: Oberfeldwebel Heise nimmt Daten aus einer Verkehrskontrolle auf

Büro im Fahrzeug: Oberfeldwebel Heise nimmt Daten aus einer Verkehrskontrolle auf (Quelle: KarrC Bw Hannover/Nicole Schultz)Größere Abbildung anzeigen

Bei diesem Polizeipräsidium konnten sich Feldjägerfeldwebel bewerben, deren Dienstzeit spätestens zum 30. September 2017 endet. Dabei ergeben sich für die Bewerber zwei entscheidende Vorteile: Die Soldaten werden sofort als Beamte auf Probe in den mittleren Polizeivollzugsdienst eingestellt. Hierfür können die Polizisten in spe sogar drei Wunsch-Dienstorte nennen. Heise, der aus Wolgast an der Ostsee stammt, wurde sein Zweitwunsch für Brandenburg an der Havel erfüllt. Der Bedarf an Personal war dort höher als für seinen Erstwunsch Rathenow. Gute Aufstiegschancen und ein sicheres Einkommen gibt es obendrauf.

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Berufsförderungsdienst koordiniert

Es bot sich an, dass der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr diese Kooperation von Anfang an unterstützt und so die Personalplanung vorantreibt. Schließlich hilft er ausscheidenden Soldaten, einen Job in der freien Wirtschaft zu finden. Die Berater bilden die Brücke auf dem Weg aus der Bundeswehrwelt in die Zivilwirtschaft und stehen den Soldaten jederzeit mit Rat und Tat zu Seite. Michael Rose aus dem Karrierecenter der Bundeswehr Berlin hat sich auf die Fahne geschrieben: „Wir produzieren Fachkräfte und keine Arbeitslosigkeit.“ Eine klassische „Win-win-Situation“ für Polizei und Bundeswehr. Die bisherigen Praxiserfahrungen in Brandenburg sind durchweg positiv und die Soldaten haben eine sichere Anschlussverwendung“, sagt Rudi Sonntag.

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Stand vom: 29.03.16 | Autor: 


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